Rohstoffeinkauf aktuell 05.06.2026

Sonderausgabe: Krise im Nahen Osten drückt die Stimmung der Wirtschaft weltweit

Top-Thema: Energie wird durch die zusätzliche Krise noch teurer

Kosten für Öl lösten im Frühjahr Rohstoff- Preiskaskaden aus.

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Die aktuellen Rohstofftrends sorgen für viele Ängste in der Industrie
Schon an dieser frühen Stelle der Ausgabe lässt sich eine wesentliche Erkenntnis der letzten Wochen treffsicher zusammenfassen: Nahezu alle Rohstoffpreise bewegten sich in den entscheidenden Wochen vor Redaktionsschluss auf Rekordniveau. Daran konnten die zum Teil durchaus erheblichen Korrekturen am Ende wenig ändern. Für den Einkauf ist diese Tatsache im Grunde in doppelter Hinsicht problematisch. Denn parallel zum Trend auf dem Rohstoffmarkt sorgt der Krieg im Nahen Osten als zusätzliches – ebenso politisches wie wirtschaftliches – Dilemma bei einer Vielzahl der Erzeugerpreise für einen Ausbruch in neue Rekordregionen mit enormem Gewinnpotenzial für Anbieter.
Der Energiemarkt nach 3 Monaten Krieg im Nahen Osten
Während viele Versorger auf lokaler Ebene recht stabile Energiepreise zusichern können, verschlechtert sich die weltweite Marktlage weiter. Die vorsichtige Entspannung „vor Ort“ lässt sich zumeist durch langfristige Versorgungs-Vereinbarungen erklären, die vielfach noch für wenige Jahre gelten. Auch die zunehmende Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern ermöglicht örtlichen Anbietern mitunter bessere Planungssicherheit. Die Rückbesinnung im Bund auf traditionelle Energie – inklusive Ansätzen zur stärkeren Nutzung von AKW – wirkt nicht nur wegen der unsicheren Situation im Nahen Osten auf viele Energie-Experten befremdlich. Auch deshalb, weil die Bundesregierung selbst von nochmaligen, kaum vorhersehbaren Preissprüngen bei Rohstoffpreisen ausgeht.
Energiekosten können Kettenreaktionen nach sich ziehen
Es braucht kein Insiderwissen, um zu erkennen, dass steigende Preise für Öl in der logischen Konsequenz zugleich für Mehrkosten bei Gas und Strom sorgen werden. Ebenso klar ist: Sollten sich die Parteien im Konflikt zwischen Iran und seinen Verbündeten sowie den USA als selbsternannter Retter des Westens als Gegenpol nicht einigen können, ist ein jahrelanger Anstieg der Energiekosten aus Sicht von Experten eine ernste Option. Ausschlaggebend ist: Werden Öl, Gas und Strom teurer, ziehen andere Rohstoffe umgehend nach. Die Trends bei Edelmetallen wären in diesem Fall schlimmstenfalls nur ein erster gravierender Warnschuss gewesen.
Die Nahost-Krise bedroht den Ausblick für die Weltwirtschaft
Hohe Kosten für Rohstoffe sind ohne Wenn und Aber ein schwieriger Punkt. Dieser wiederum hängt von weiteren Faktoren ab. Ifo-Chef Clemens Fuest hält an seinen Warnungen fest: Die US-Zollpolitik ist sogar nach den Richtersprüchen eine Rezessionsgefahr für Deutschlands Wirtschaft. Fuest stufte die Bedrohung für die deutsche Automobilindustrie nochmals als elementar ein. Trump zeigte sich von den Urteilen der Richter kaum beeindruckt. Zur Jahresmitte könnten die USA die Einfuhrzölle auf europäische Autos und Lastwagen auf 25 % anheben. Kommt es zu diesem Schritt, kann Deutschlands Bruttoinlandsprodukt nach Berechnungen des Instituts auf 0,8 % für das laufende Jahr fallen. Dabei ist eine nochmalige Anhebung der Zölle ein fortwährendes Risiko, das nicht nur der Automobilsektor vor Augen haben muss.

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