Rohstoffeinkauf aktuell 12.09.2025

Sonderausgabe: Unsicherheit im Handelsstreit versetzt Wirtschaft in den Krisenmodus

TOP-THEMA: Hohe Ausgaben für Rohstoffe trotz Bereinigungen

Preiskorrekturen auf dem Rohstoffmarkt entlasten Einkäufer nur bedingt

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Handelsstreit mit den USA fordert Tribut von Europas Wirtschaft
Die Verschlechterung des Wirtschaftsausblicks des Statistischen Bundesamtes lässt sich vorrangig mit den schwierigen Beziehungen Europas zu den Vereinigten Staaten erklären. Das Handelsabkommen zwischen den USA und der EU erntete mehr Kritik als Zuspruch aus der Wirtschaft und seitens führender Wirtschaftsverbände. Zum Redaktionsschluss nahm der Zoll-Deal allmählich Formen an. Die Senkung der europäischen Einfuhrzölle auf Fahrzeuge aus den USA war dabei nur ein Punkt. Bekannt wurde außerdem, dass Europa seine US-Investitionen deutlich aufstocken soll. Noch war die Einigung nicht rechtsverbindlich. Überraschende Meinungsänderungen Donald Trumps bleiben ein Risiko.
Die Frage bleibt: Wie verlässlich sind die USA als Partner?
Um militärische Aspekte soll es hinsichtlich der Zuverlässigkeit der USA an dieser Stelle nicht gehen, obwohl es nach den letzten Gesprächen über ein baldiges Ende des Krieges in der Ukraine durchaus viele Sorgen gibt, wie lange Trump Europa in diesem Punkt zur Seite steht. Im Zusammenhang mit der Wirtschaft und dem Rohstoffmarkt scheinen Bedenken aber nicht minder berechtigt. Kaum waren Ende August neue Einzelheiten zu schriftlichen Vereinbarungen zwischen der EU und den USA publik geworden, gab es umgehend weitere Drohungen des US-Präsidenten. Dieses Mal ging es um europäische Steuern und Regularien für Digitalkonzerne, die Donald Trump ein Dorn im Auge sind.
Kosten für Energie und andere Rohstoffe – das ewige Thema
Die Tatsache, dass sich die Stimmung der deutschen Wirtschaft laut Ifo-Geschäftsklima im August leicht aufgehellt hatte, ändert nichts an den übergeordneten Schwierigkeiten. Dies bestätigte auch die zurückhaltende Einschätzung des Ifo-Präsidenten: Clemens Fuest verwies auf die allgemein schwache Erholung und bestätigte damit die Analysen anderer Institute. Unternehmen hätten beispielsweise im Baugewerbe im 1. Halbjahr steigende Aufträge verbucht, was zum Teil infrastrukturellen Mehrausgaben zu verdanken war. Die vorherrschende Wirtschaftsflaute bleibt indes präsent und könnte sich durch den Kampf um die Dominanz auf dem Rohstoffmarkt bis zum Jahresende noch weiter zuspitzen.
Viele Stolpersteine bis zum europäischen Herbst
Herausforderungen gibt es für die Politik zu jeder Zeit. Doch selten waren diese so zahlreich wie im Sommer 2025. Der Krieg in der Ukraine und der Konflikt im Nahen Osten beschäftigen die Vermittler weltweit, baldige Lösungen sind noch immer nicht in Blickweite. Bezogen auf die Wirtschaft ist es für Deutschland und Europa neben eigenen Problemen bekanntermaßen der Handelsstreit mit den USA. Die Empörung war groß, als Donald Trump der EU nach den Gesprächen mit weiteren Strafzöllen drohte. Hier zeichnet sich ebenfalls eine längere Verhandlungsphase ab. Besonders skeptische Prognosen erwarten eine Fortsetzung der Krise bis zum Ende der zweiten Amtszeit Trumps oder gar darüber hinaus. Es gibt jedoch einzelne Lichtblicke. So etwa in Form eines neuen Abkommens mit Kanada zur Versorgung mit kritischen Rohstoffen.