Rohstoffeinkauf aktuell 14.04.2025

Sonderausgabe: US-Importzölle – maximale Gefahr für die globale Wirtschaft

TOP-THEMA: Trump übersieht Binnenmarkt-Folgen

Auch die US-Industrie und der Rohstoffmarkt geraten durch die US-Zollstrategie unter Druck

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Kraftakt „Aufschwung“ – wie Deutschland die Krise überwinden will
Dass der alte Bundestag den von CDU, SPD und den Grünen vorgelegten Entwurf zur Grundgesetzänderung als Basis eines XXL-Schuldenpakets ablehnen würde, war unwahrscheinlich. Eine Überraschung nach den Verhandlungen war der Erfolg der Grünen, auf deren Druck 100 Milliarden € in den Klimaschutz fließen sollen. Für Beobachter galt die Abstimmung als letzter Schritt Friedrich Merz’ ins Kanzleramt. Große Teile des Finanzpakets sollen für einen Ausbau der Infrastruktur verwendet werden. Der von Wirtschaftsinstituten bemängelte deutsche Investitionsstau ist damit aber nicht beseitigt.
Trumps Zollpolitik schadet auch den USA selbst
Für Beobachter war es durchaus eine Überraschung, als sich Ende März die Europäische Kommission zu Wort meldete. Man wolle zunächst auf hohe Gegenzölle auf US-Waren verzichten. Reaktionen auf die Verschärfung des Handelsstreits seitens der USA sollten frühestens Mitte April folgen. Zunächst wolle man weiterhin das Gespräch mit den USA suchen, um eine Eskalation doch noch abzuwenden. Ursprünglich war für den März das Inkrafttreten jener Zölle angedacht, die bis März zeitweise ausgesetzt worden waren. Die Verschiebung hat vor allem einen Grund: Ein Handelskrieg kennt keine Gewinner. Die Härte der Politik Trumps bekommt schon jetzt sowohl die US-Wirtschaft als auch die US-Bevölkerung zu spüren.
Risiken der US-Zollpolitik für die Wirtschaft und den Rohstoffmarkt
Abseits direkter Auswirkungen der Zollpolitik ergeben sich über den Rohstoffmarkt indirekte Folgen für die Weltwirtschaft. Vor diesen warnten Analysten bereits bei Vorstößen in den letzten Jahren. Nicht nur bei den Stahl- und Aluminiumpreisen spielen höhere Einfuhrzölle eine Rolle. Ebenso bei nahezu allen wichtigen Industriemetallen. Zudem könnten die Preise vieler Agrarrohstoffe in der ersten Jahreshälfte einen Höhenflug durchlaufen. Öl dürfte ebenfalls zum größeren Kostenfaktor werden. Profitieren werden Werte wie Gold und Silber. Sogar der US-Autobauer Tesla des Trump-Vertrauten Elon Musk warnte in einem anonymen Schreiben wegen steigender Kosten für die Produktion einerseits und Absatzsorgen andererseits.
Die Industrie muss auf weitere Durststrecke vorbereitet sein
Zu den drängenden Fragen der Industrie gehörte zum 2. Quartal jene nach dem Zeitpunkt der endgültigen Erholung. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagte in seiner Märzprognose für 2025 eine minimale Verbesserung gegenüber dem Vorjahr vorher. Das weltweite Wirtschaftswachstum würde um 3,3 % steigen. 2024 war das globale reale Bruttoinlandsprodukt um 3,2 % gestiegen. Aus deutscher Sicht sind die aktuellen Zahlen ernüchternd. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bewertete Deutschland zum wiederholten Mal als Hemmschuh für die Entwicklung der Weltwirtschaft. Freilich verwies die OECD wie viele andere Institute ebenfalls auf die Zölle der US-Regierung als Hindernis auf dem Weg zum Wachstum. Einen Handelskrieg gelte es, unbedingt zu verhindern.