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Das Machtinstrument „Zoll“: Bedeutung und Auswirkungen der aktuellen Trump-Maßnahmen

Mit dem Liberation Day sollen in den USA nun ab dem 5.4.2025 Zölle greifen, die den eigenen Markt schützen. Als Reaktion darauf erheben andere Nationen, neben der EU z. B. China, zusätzliche Zölle. Die Erfahrungen in der Vergangenheit und die ersten akuten Auswirkungen auf die Börsen der Welt lassen Volkswirtschaften wie Unternehmen besorgt in die Zukunft blicken.

Enthalten in

Infoticker USA: Alle Updates zu Strafzöllen & Co (Stand: Mai 2025)

Svenja Sausen

06.05.2025 · 1 Min Lesezeit

Die neuen Zölle seit dem Liberation Day

Mit dem sogenannten „Liberation Day“ am 5.4.2025 wurde auf die US-Importe ein allgemeiner Zollsatz von 10 % aufgeschlagen. Diesem Datum folgten am 9.5.2025 individuelle Zölle pro Liefernation:

  • Die EU wurde im ersten Schritt mit einem pauschalen Importzoll von 20 % bedacht.
  • Importe aus China waren mit 34 %, aus Vietnam mit 46 % und aus Thailand mit 36 % betroffen.

Diese Ankündigungen wurden jedoch zum Tag des Redaktionsschluss revidiert, zurückgenommen oder vorübergehend ausgesetzt.​​​ Aktuell sind die Märkte entsprechend aufmerksam.

Am Ende zahlt der Verbraucher den Zoll

Zwar werden die Zölle auf die Waren der einzelnen Lieferländer erhoben, doch gezahlt werden sie vom Importeur und somit letztlich vom US-amerikanischen Verbraucher. Die importierenden Unternehmen müssen diese Kosten am Ende an den Kunden weitergeben. Das Warenangebot sinkt.

Im Umkehrschluss schadet dies wieder dem Export und damit dem Lieferland, z. B. der EU oder anderen betroffenen Staaten. Deren Hersteller können ihre Produkte nicht mehr wie gewohnt in den USA absetzen.

Könnte ein Freihandelsabkommen nach dem Muster Mercosur den Handelskrieg beenden?

Ein Freihandelsabkommen würde nur dann helfen, wenn die Regeln und Bedingungen eingehalten werden. Die Beispiele Kanada und Mexiko, mit denen die USA seit Langem Präferenzabkommen unterhält, zeigen, dass Handelsabkommen aktuell keine Bedeutung haben.

Das United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA) wurde von den Vereinigten Staaten ignoriert. Das Aushandeln von Freihandelsabkommen, die den Handelspartnern gerecht werden, würde einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die Zoll-Arten

Nach dem Willen des Präsidenten werden Straf- und Zusatzzölle für einzelne Länder erhoben. Diese fallen in den Bereich des nichtpräferenziellen Ursprungs und werden somit nicht von den Freihandels- bzw. Präferenzabkommen gedeckelt, wie es das Beispiel USMCA zeigt.

Straf- bzw. Zusatzzölle werden in der Regel auf unangemessene Handelspraktiken ausgerufen, um das spezielle Land aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen zu maßregeln.

Gegenmaßnahmen – es geht auch anders

Eine Gegenmaßnahme zu einem Importzoll muss keine tarifäre Maßnahme sein. Importzöllen kann auch mit den anderen Regularien begegnet werden, etwa indem man Zertifikate für Gesundheit und Konformität, Echtheit, Reinheit und Gewicht einfordert.

Fazit

Zahlreiche Länder wie Kanada, China und die EU planen Gegenmaßnahmen. Tarifäre und nichttarifäre Maßnahmen können den Warenaustausch behindern. Der Ausbau vorhandener oder neuer Freihandelsabkommen nach dem Vorbild des Mercosur lassen jedoch Raum für Optimismus!

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Svenja Sausen ist Dipl.-Finanzwirtin (FH) und arbeitet seit 2003 im Bereich Zoll & Außenwirtschaft. Sie verfügt über langjährige Praxiserfahrung aus Zollverwaltung, Expresslogistik und Industrie, die Sie sowohl in Fachartikeln als […]