Rohstoffeinkauf aktuell 06.06.2025

Sonderausgabe: Zollprobleme halten Deutschland & Europa im Krisenmodus

TOP-THEMA: Der Rohstoffmarkt im Zeichen der USA-China-Streitigkeiten

Gespräche zwischen China und den USA drohen Weltwirtschaft langfristig zu belasten

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Die Regierung Merz tritt ein schweres Erbe an
Eine Herausforderung der letzten Monate wurde Anfang Mai aus der Welt geschafft: Seit 6. Mai ist die neue Regierung im Amt. Der Start für den neuen Kanzler war ein holpriger. Erst im zweiten Wahlgang konnte sich Friedrich Merz die nötige Stimmenmehrheit sichern und startete so mit einem historischen Rückschlag in die Legislaturperiode. Politisch war die endgültige Übernahme der Geschäfte dringend nötig. Denn der deutsche „Schwebezustand“ war sowohl für Deutschland als auch für Europa insgesamt eine Belastung in den ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Zeiten. Die Arbeit aber beginnt erst jetzt.
Trump gibt sich weiterhin als politischer Hardliner
Trump hatte vor seiner Rückkehr ins Weiße Haus das sprichwörtliche Land von Milch und Honig versprochen. Davor, dass die Zollpolitik in den USA zu negativen Entwicklungen führen würde, hatten Institute bereits vor dem Konfrontationskurs in Richtung China und Europa gewarnt. Inzwischen werden Stimmen lauter, die auf die problematischen Auswirkungen der Trump’schen Politik auf die US-Wirtschaft hinweisen. Von einer dauerhaften Kehrtwende und günstigen Ergebnissen für die Vereinigten Staaten gehen längst nicht einmal mehr regierungsnahe Institute aus. Ein stabiles Wachstum in den USA ist ohne enge Verbindungen zur chinesischen Industrie nicht möglich.
Rohstoffe reagieren empfindlich auf neue Zollmeldungen
Die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen des Zollstreits sind nur eine Seite der Medaille. In den USA war es Ende Mai unter anderem die Absenkung der Staatsbonität durch die 3 größten Rating-Agenturen, die die Angst vor einer weiteren Abwertung des US-Dollars befeuert. In Europa wuchsen die Sorgen vor erneuten Lieferengpässen auf dem Rohstoffmarkt. Wie so oft, braucht es hier den Blick nach China. Er zeigt, dass die Befürchtungen aus Branchen wie der Elektroindustrie durchaus berechtigt sind. Im Mittelpunkt stehen vorrangig die begehrten chinesischen Seltenen Erden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen freute sich in der kritischen Zollphase über das neue Abkommen mit Großbritannien.
Deutsche Wirtschaft ohne Wachstum – KI hat Sprengkraft im Handelsstreit
Am Ende dieser Ausgabe erfolgt wie immer der gewohnte Ausblick vor dem Hintergrund aktueller Berichterstattung. Dabei werden gleichermaßen nationale wie internationale Entwicklungen berücksichtigt. Für Deutschlands Wirtschaft fielen Experten-Urteile zur Mitte des 2. Quartals ein weiteres Mal düster aus. Die Bewertungen zeigten, wie groß der Handlungsbedarf für die neue Regierung unter Führung des Kanzlers Friedrich Merz ist. Ein politisches „Weiter so“ kann und darf es nicht geben, so die Wirtschaftsweisen. Die Neujustierung der Wirtschaftspolitik müsse radikal ausfallen, um einem weiteren Abschwung entgegenzuwirken. Im Hinblick auf die Strafzölle könnte das bestimmende Thema Künstliche Intelligenz (KI) zu einer Verhärtung der US-Amerikanischen und chinesischen Fronten führen.