Rohstoffeinkauf aktuell 06.02.2026

Sonderausgabe: Weltwirtschaft sucht angemessene Ansätze zur Lösung der Zollkonflikte

Top-Thema: Europa bleibt Antworten auf US-Zölle bisher schuldig

Obwohl die USA sich selbst schaden, ist die EU Opfer neuer US-Zölle.

Download PDF
Entwickelt sich 2026 zum Jahr der großen Wirtschaftskonflikte?
Die erneute Urteilsverschiebung des US-Supreme Courts zu den Strafzöllen der USA Mitte Januar hält sowohl die Vereinigten Staaten als auch die von den Zöllen betroffenen Länder weiterhin im Ungewissen. Gerade für die Administration Trump steht nach Einschätzungen von Experten viel auf dem Spiel. Die Entscheidung könnte massive Folgen für die Inflation und den US-Haushalt haben. Trotz der ohnehin hohen Unsicherheiten drohte der US-Präsident im Iran-Konflikt Partnern des Regimes mit hohen Zöllen. Betroffen wäre unter anderem China, das Waren im Milliardenwert mit Iran handelt und den Großteil des iranischen Öls abnimmt. Indirekt würde auch Deutschland die Sanktionen spüren.
Leichtes Wirtschaftsplus: Dauerbrenner oder Eintagsfliege?
Erfreulich waren die Zahlen, die das Statistische Bundesamt für das vergangene Jahr im Januar veröffentlichen konnte. Um immerhin 0,2 % stieg das deutsche Bruttoinlandsprodukt trotz aller Probleme am Ende doch noch. Die Reaktionen auf die Bekanntgabe fielen erwartungsgemäß sehr unterschiedlich aus. In einem Punkt aber waren sich die meisten Experten einig: Dass die Wirtschaft nach 2 Jahren der Rezession endlich wieder wachsen konnte, schürt zunächst einmal die Hoffnung und bringt die Erkenntnis, dass sogar vor dem Hintergrund eines derart unkalkulierbaren Zollkriegs Wachstum möglich ist. Der besagte Handelsstreit ist gleichzeitig aber der meistgenannte Grund in Analysen, die weiteres Wachstum eher für unwahrscheinlich halten.
Weitere Eskalationen im Zollstreit immer wahrscheinlicher
Auch ohne hellseherische Fähigkeiten stand bereits zur Mitte des ersten Quartals fest, dass Zölle in der einen oder anderen Weise noch lange eine Rolle spielen. Schließlich sind diese gewissermaßen des US-Präsidenten „liebstes“ Instrument, um Druck auf den Rest der Welt auszuüben. Deshalb hatte das Weiße Haus frühzeitig die Prüfung alternativer juristischer Optionen angekündigt, um im Fall einer unerwünschten Supreme-Court-Entscheidung auf zollpolitische Maßnahmen zurückgreifen zu können. Auch verfolgte Donald Trump zum Jahresstart trotz bevorstehender Midterm-Wahlen und zunehmenden Missmuts in der Bevölkerung einen noch härteren Kurs als im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit.
Verbände fordern klare politische Weichenstellungen für 2026
Sage und schreibe 26 Jahre haben die Gespräche zum Mercosur-Abkommen zwischen der EU und dem gleichnamigen Staatenbund in Südamerika in Anspruch genommen. 2026 kamen die Verhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluss. Über 700 Millionen Menschen sollen durch die transatlantische Freihandelszone in vielen Bereichen in den Genuss sinkender Preise kommen. Wie immer könnte es Gewinner und Verlierer geben. In Europas Landwirtschaft wird das Bündnis längst nicht von allen begrüßt. Vielen Branchen soll nach Aussagen der Verhandlungsführer beider Seiten aber eine bessere Positionierung auf dem Weltmarkt eröffnet werden. Als führender europäischer Wirtschaftsstandort könnte dies im Besonderen Deutschlands Wirtschaft auf die Sprünge helfen. Die großen Probleme können dadurch zumindest etwas kleiner werden.

Arbeitshilfen

  • Preise auf dem Stahl- und Schrottmarkt im Aufwind zum Jahresübergang