Rohstoffeinkauf aktuell 07.11.2025

Sonderausgabe: Jahresreport | 2025

2025 – dank Handelsstreits ein Jahr für die Geschichtsbücher

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Großer kritischer Faktor: Die Beziehungenzwischen den USA und China
Das Jahr endet, wie es begonnen hat: mit US-Zöllen. Während bei Redaktionsschluss über die ausstehende Supreme-Court-Entscheidung zu Trumps Politik nur spekuliert werden konnte, verschärfte der US-Präsident seinen Kurs. Ziel war erneut vorrangig China. Die Ankündigung kam insofern überraschend, da zuvor etwas Ruhe zwischen den beiden führenden Wirtschaftsnationen eingekehrt war. Stein des Anstoßes und Grund der neuerlichen Zolldrohungen waren die nochmals verschärften chinesischen Kontrollen bei der Ausfuhr Seltener Erden. Die Drohung sorgte für Börsenbeben und verdeutlichte, wie empfindlich die Wirtschaft nach wie vor auf Schlagzeilen reagiert.
China nutzt seine Stärke und könnte Europas Innovationen ausbremsen
Durch den noch restriktiveren Kurs bei der Ausfuhr Seltener Erden stellte China im laufenden Jahr gleich in mehrfacher Hinsicht die eigene Relevanz auf dem internationalen Rohstoffmarkt unter Beweis. In erster Linie waren die Begrenzungen der Rohstoffexporte ein wirtschaftlich eindeutiger Fingerzeig in Richtung des US-Präsidenten. Zudem demonstrierte die Volksrepublik ein ums andere Mal die Bereitschaft, sprichwörtlich Gleiches mit Gleichem zu vergelten und dem internationalen Boom in den Sparten Rüstung und Künstliche Intelligenz im eigenen Interesse wirksam einen Riegel vorzuschieben. Ohne Chinas Rohstoffe sind die USA und Europa vor zahlreiche Probleme gestellt.
Chinas Einfluss ist bei vielen Rohstoffen ein globales Problem
Die Angst vor der chinesischen Dominanz bei Seltenen Erden ist gleichermaßen nachvollziehbar wie berechtigt. Aus europäischer Sicht ist die Lage brenzlig, könnte die EU doch künftig noch stärker in den Konflikt zwischen China und den USA geraten. Auswege aus der Versorgungskrise sind rar. Immerhin gibt es vereinzelte gute Nachrichten, beispielsweise zum Ausbau eigener Förderprogramme und intensive Bemühungen auf dem Gebiet des Recyclings. Solche Pläne sind ebenso zeit- wie kostenintensiv, weshalb sich nur mit einigem Vorlauf Abhängigkeiten reduzieren und neue Partnerschaften realisieren lassen. Eine neue Studie zeigt, wie sehr Deutschland auf Lieferungen aus China angewiesen ist.
Wie geht es weiter für Deutschland und die Weltwirtschaft?
Die Aussicht auf minimalen Aufschwung im laufenden Jahr und eine Erholung ab dem Jahr 2026 waren ein kleiner Trost nach ständigen negativen Schlagzeilen seit Übernahme der Amtsgeschäfte durch die neue Regierung im Frühjahr. Auch deshalb, weil sich die Analysen von Wirtschaftsinstituten durchaus unterschiedlich lesen. Der neuerliche leichte Rückgang der deutschen Erzeugerpreise im September ist eben nicht allein als gutes Zeichen zu verstehen. Eine weitere Entspannung hinsichtlich der Produktionskosten käme vielen Industriesparten zugute. Ohne Berücksichtigung der Trends im Energiesektor zeigten die Berechnungen des Statistischen Bundesamts hingegen eine Stagnation des Erzeugerpreisindex. Dies spricht zwar für eine Stabilisierung in anderen relevanten Sektoren, ändert aber nichts an der übergeordneten Krise.