Rohstoffeinkauf aktuell 10.04.2026

Sonderausgabe: Erst die Urkaine, dann der Iran – der Rohstoffmarkt bleibt problematisch

Top-Thema: Durchwachsene Preisbewegungen nach ersten Angriffen

Andere Marktsorgen rücken zum Frühjahr in den Hintergrund.

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Erste Anzeichen für einen leichten Aufschwung in Deutschland
Nachdem die Bundesregierung im 1. Quartal ihre Wachstumserwartung ein weiteres Mal nach unten korrigiert hatte, war die Stimmung in vielen Branchen merklich eingetrübt. Unter anderem das Urteil des Supreme Courts zur Zollpolitik Donald Trumps ließ erste Hoffnung auf eine Besserung der Lage aufkommen. Dass sich der US-Präsident vom Richterspruch nur bedingt beeindruckt zeigte und längst weitere Maßnahmen angekündigt bzw. umgesetzt hat, kann dem verhaltenen Optimismus keinen Abbruch tun. Aus deutscher Sicht lässt sich dies zum Teil durch die umso größere Bedeutung der Binnenwirtschaft für die Konjunktur erklären. Deutschlands Exportsektor hingegen schwächelt weiterhin.
Wie folgenschwer ist der Irankonflikt für den Rohstoffmarkt?
In erster Instanz waren es aus offensichtlichen Gründen die schwerwiegenden Auswirkungen auf die zivile Bevölkerung in Iran und der Region insgesamt, die in der Berichterstattung zum Militärschlag der USA und Israels die Hauptrolle spielten. Gleichzeitig wurden sehr schnell nach den ersten Angriffen und Reaktionen Spekulationen über eine eventuelle Ausweitung des Kriegs laut. Eng damit verbunden: die Angst vor Ölpreisen, die schlimmstenfalls sogar über das Niveau aus früheren Krisen hinaus steigen könnten. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage, was ein längerer Konflikt für den Rohstoffmarkt als Ganzes bedeutet. Im globalisierten Handel mit Ressourcen können einzelne Märkte schließlich niemals isoliert betrachtet werden.
Märkte reagieren empfindlich auf Kriegslage in Nahost
Für die meisten Außenstehenden kamen die Angriffe Israels und der USA wohl ausgesprochen überraschend. Dieser Eindruck bestätigt sich durch die teils massiven Ausschläge vieler Rohstoffkurse. Auch an den wichtigsten Börsen sind die Meldungen nicht spurlos vorübergegangen. Viele Aktien und anleihen erlitten Verluste, da der Krieg immerhin akut eine regelrechte Verkaufswelle auslöste. Die Furcht der Anleger ließ entscheidende Indizes wie den Deutschen Aktienindex (DAX) oder den S&P 500 Ende März auf Jahrestiefs einbrechen. In Asien zeigte sich ein ähnliches Bild. Für den Einkauf positiv: Die Preise für Gold und Silber gaben ebenfalls nach.
So gefährlich sind hohe Ölpreise für Deutschlands Wachstum
Prognosen zur Entwicklung der deutschen, europäischen und weltweiten Wirtschaft werden durch neue Krisenherde erschwert. Zum Beginn des 2. Quartals richten viele Beobachter ihren Blick insbesondere auf die Risiken weiter steigender Ölpreise. Die immer neuen und aggressiveren wechselseitigen Vorwürfe der USA und Irans führten zu berechtigten Warnungen vor möglicherweise nachhaltigen Kursen im 3-stelligen Dollarbereich. Das Bombardieren iranischer Kraftwerke sahen Experten als Schritt in die Richtung einer Eskalation, die ein baldiges Kriegsende unwahrscheinlich erscheinen lässt. Die deutsche Wirtschaftsleistung könnte durch teures Öl und Gas im Jahresverlauf unter noch stärkeren Druck geraten, wie nicht nur aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im März hervorging.

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  • Stahl- und Schrottpreise könnten zum Q2 noch stärkeren Druck erfahren