FRAGE: Wir prüfen gerade, ob wir KI-Software einsetzen können, um unsere Exportgüter automatisch in den Zolltarif einzureihen. Davon versprechen wir uns natürlich deutlich schnellere Abläufe. Das wäre natürlich vorteilhaft für uns. Gleichzeitig frage ich mich, was passiert, wenn die KI dabei systematisch Fehler macht und wir dadurch falsche Zollanmeldungen abgeben. Wie kritisch sehen Sie eine solche automatisierte Tarifierung? Und was ist, wenn wir einen Fehler erst später entdecken: Kann man eine unrichtige Zollanmeldung dann noch nachträglich korrigieren, oder drohen direkt Bußgeld oder sogar strafrechtliche Konsequenzen?
ANTWORT von Holger Schmidbaur: Die fortschreitende Digitalisierung im Außenwirtschaftsbereich veranlasst immer mehr Unternehmen dazu, KI-gestützte Algorithmen für die Zuordnung von Warennummern (HS-Codes) zu nutzen. In der Praxis führt die unkritische Übernahme von KI-Einreihungsvorschlägen jedoch zu erheblichen Haftungsrisiken.
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