Empfehlung

Neue Vorschriften, strengere Strafen: Die wichtigsten Neuerungen im Exportrecht 2026 

Wieder einmal herrscht Alarm-Zustand in der Außenhandelsbranche, denn es stehen neue Finanzsanktionen, Prüfpflichten und Güterlistenerweiterungen an. Hinzu kommt die wachsende Komplexität bei Exporten in die Rüstungsindustrie. Besonders heikel dabei: Nicht nur die Vorschriften werden immer engmaschiger, sondern auch die Konsequenzen bei Verstößen.

Holger Schmidbaur

16.06.2026 · 1 Min Lesezeit

Die vier wichtigsten Neuerungen im Exportrecht, die dieses Jahr auf uns zukommen, habe ich hier für Sie zusammengefasst. Doch vorab ein kleiner Ausblick: Ende des Monats erhalten Sie die Gelegenheit, über sämtliche Änderungen in einem kostenlosen Webinar informiert zu werden und dabei auch Ihre individuellen Nachfragen zu stellen.

Ausweitung der Güterlisten 

Sowohl die Dual-Use-Listen als auch die Anhänge für Industriegüter wurden erneut erweitert. Betroffen sind nun unter anderem Quantencomputing-Komponenten, fortgeschrittene Halbleiter, Laborglaswaren, Traktoren und Hochleistungsschmierstoffe. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Klassifizierung: KN-Code und technische Spezifikationen müssen deutlich genauer abgeglichen werden, andernfalls drohen fehlerhafte Bewertungen. 

EU verschärft Kampf gegen Umgehungsgeschäfte 

Mit ihrem EU-Anti-Umgehungstool geht die EU gezielt gegen Drittstaaten vor, über die sanktionierte Güter nach Russland umgeleitet werden können. Besonders kritisch werden derzeit Geschäfte über Länder wie Kirgisistan oder die Vereinigten Arabischen Emirate. Gleichzeitig geraten Endverwendungen, Zwischenhändler und ungewöhnliche Lieferketten stärker in den Fokus der Behörden. 

Finanzsanktionen werden zum tückischen Haftungsrisiko 

Das 20. EU-Sanktionspaket verschärft die Kontrolle der Zahlungswege deutlich. Kritisch sind inzwischen nicht mehr nur gelistete Geschäftspartner, sondern auch bestimmte Banken, Korrespondenzbanken und digitale Zahlungsstrukturen. Scheinbar unauffällige Transaktionen können daher sanktionsrelevant werden. 

Die maritime „No Russia“-Klausel bringt neue Prüfpflichten 

Unternehmen müssen bei maritimen Geschäften künftig deutlich genauer dokumentieren und absichern, wohin Schiffe, Dienstleistungen oder Transaktionen letztlich gelangen. Zusätzlich entstehen neue Due-Diligence-, Melde- und Nachweispflichten. Wer hier Lücken in seinen Prozessen hat, riskiert schnell schwerwiegende Verstöße gegen Russland-Sanktionen.

ZOLEX empfiehlt:

Am 30. Juni ist es wieder so weit: Unsere Trade-Experten Holger Schmidbaur und Lorenz Ihbe veranstalten den großen „Halbjahres-Check 2026“. Bei diesem kostenlosen Webinar erhalten Sie einen fundierten Überblick über alle Neuerungen im Exportrecht, die sie dieses Jahr beachten müssen. Auch ist die Veranstaltung die ideale Gelegenheit, um die Fragen und Probleme aus Ihrer eigenen Exportabteilung zu beleuchten.

Als treuer Leser von ZOLEX ist diese Veranstaltung übrigens zu 100% kostenlos für Sie.  

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

0
0

394
20
180
Holger Schmidbaur ist als Global Customs & Trade Manager in der Schweiz angestellt und verantwortet in dieser Position die globalen Zoll- und Außenwirtschaftsprozesse. Vor dieser Funktion hat er als Zoll- […]