Rohstoffmangel bedroht die Produktion der europäischen Industrie

Vor dem im vorherigen Kapitel angesprochenen Preisdruck durch chinesische Exportkontrollen warnen selbstredend nicht nur Vertreter der US-Rüstungsindustrie. Die Sorgen in Europa und damit in Deutschland wachsen im gleichen Maße. Die deutsche Rüstungsbranche teilt das Schicksal der Sparte in den USA. Sie leidet unter hohen Ausgaben und bei vielen Rohstoffen unter fehlenden Angeboten aus dem Ausland. Die EU-Handelskammer bezeichnet die zunehmenden Produktionsstopps infolge chinesischer Exportkontrollen als Wachstumsrisiko. Bereits im September 2025 könnte China in der Union für bis zu 50 Fertigungsstopps gesorgt haben – und die Zahlen könnten bis Jahresende nochmals steigen.

Matthias Nemack

10.10.2025 · 7 Min Lesezeit

Der Kampf um chinesische Exportlizenzen spitzt sich zu

Kernthema der Rohstoff-Beziehungen zwischen China und Europa bleiben Seltene Erden. In diesem Bereich wird der chinesische Einfluss auf den Rohstoffmarkt am offensichtlichsten. Schrittweise hat China über Jahre die Ausfuhrquoten gesenkt. Die Vereinbarungen zwischen Peking und Brüssel hatten eine andere Handelspolitik im Blick. Ziel in der Vergangenheit war es, europäische Unternehmen zu unterstützen und durchgehende Lieferungen bedeutender Rohstoffe sicherzustellen. Die EU-Handelskammer kommt in Analysen zu anderen Ergebnissen. Der Mechanismus, so die Experten, greift nicht in der geplanten Weise. Die Handelskammer veröffentlichte Details zu 141 Lizenzen für Rohstoffexporte zu Seltenen Erden aus China für die EU: Genehmigungen habe es für 19 Anträge gegeben. Bei 121 Anträgen mit dem Vermerk „dringend“ warte man noch immer auf eine endgültige Entscheidung aus Fernost.

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