Der Bundesregierung muss endlich der große Wurf gelingen

Mit Spannung waren die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen erwartet worden. Beobachter hatten im Vorfeld ein Erstarken der AfD in Aussicht gestellt. In der Tat konnte die Partei vielerorts deutlich zulegen. Zumindest aus Sicht von CDU/CSU und SPD ist das schlimmstmögliche Szenario ausgeblieben. Die Erwartungen an die Bundesregierung für das Schlussquartal 2025 sind aber hoch. Umfragen zeigen, dass sowohl die Wirtschaft als auch die Bevölkerung bisher eher unzufrieden mit den bisherigen Ergebnissen der Regierungsarbeit sind. Dies bestätigten einmal mehr die Veränderungen im Beliebtheitsranking. So rutschte der Bundeskanzler auf der Skala des INSA-Instituts weiter ab und lag Ende September nur noch auf Rang 18. Streitthemen der Regierung sind neben Steuern vor allem auch mögliche Einschnitte im Sozialsystem.

Matthias Nemack

10.10.2025 · 3 Min Lesezeit

AfD profitiert von der wirtschaftlichen Schieflage

Die letzte INSA-Sonntagsfrage aus dem September zeigte noch etwas anderes, was den Unmut seit Merz’ Amtsantritt aufzeigte: Zum ersten Mal belegte die AfD deutschlandweit vor den Schwesterparteien CDU und CSU Platz 1. Die Brisanz der Umfrage-Resultate wird offensichtlich, führt man sich den ursprünglich geplanten Termin der Bundestagswahlen, den 28.09.2025, vor Augen. Hätten die Wahlen planmäßig stattgefunden und Wählerinnen und Wähler gemäß der Umfrage abgestimmt: Die Verhältnisse im Bundestag wären noch ungleich problematischer. Weder ein Bündnis aus Union und SPD noch eine rot-rot-grüne Koalition wäre unter diesen Bedingungen mehrheitsfähig gewesen. Allein ein Zusammenschluss von Union und AfD hätte die nötige Mehrheit erreicht. Um diesen Trend im Land zu brechen, muss Bundeskanzler Friedrich Merz in den kommenden Monaten dringend Erfolge vorweisen. Seinem Amtsvorgänger Scholz war dies mit bekannten Folgen nicht gelungen.

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