Ziel dieser Strategie ist der gezielte Einsatz der Exportkontrolle (EAR) und von OFAC-Sanktionen zur strategischen Führung eines Wirtschaftskriegs und zur Neukalibrierung globaler Wertschöpfungsketten. Für deutsche Exporteure bedeutet das: erhöhte Transaktionskosten, verlängerte Genehmigungszeiten und ein erhöhtes Risiko sekundärer Sanktionen. Als Konsequenz müssen deutsche Unternehmen unabhängig von EU-Recht auch die US-Regularien als integralen Bestandteil ihrer Export-Compliance betrachten und anwenden.
Doch 2026 könnte es noch schwieriger werden. Dort sehe ich vor allem zwei Risiken:
- Gefahr der Re-Implementierung der Section 232-Zölle (Stahl, Aluminium) und der möglichen Einführung neuer Abgaben auf Automobile und Ersatzteile
- US-Politik könnte zu einer strategischen Notwendigkeit des „De-risking“ von US-Lieferanten führen, um die Kontrolle über die eigenen Lieferketten zurückzugewinnen.
Für Exporteure ergeben sich daraus einerseits die Pflicht, die proaktive, automatisierte Überprüfung der Zolltarifnummern in Echtzeit zu überprüfen, um kritische Güter mit US-Abgabepflichten rechtzeitig zu erkennen. Auch sollten sie parallel sowohl die EU-Exportkontrolle als auch das US-Exportkontrollrecht in allen Transaktionen zweigleisig prüfen und dokumentieren. Dabei kann die „US-Jurisdiktions-Matrix“ ein zentrales Kontrollinstrument sein.
ZOLEX empfiehlt:
Was genau die „US-Jurisdiktions-Matrix“ ist, erklärt Holger Schmidbaur gemeinsam mit seinem Kollegen Lorenz Ihbe am 4. Dezember 2025 im kostenlosen Webinar „Fit für 2026“. In diesem Live-Online-Training dreht sich alles um die anstehenden Veränderungen im Exportwesen, auf die Sie sich im neuen Jahr vorbereiten sollten. Neben der geopolitischen Dynamik der USA stehen auch Neuerungen im Bereich Dual-Use, Sanktionen und Embargos, sowie Green und Digital Compliance im Vordergrund.
