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CO₂-Importzölle in Großbritannien: Welche Branchen jetzt handeln müssen 

Die britische Regierung hat die Einführung des UK-CBAM zum 1. Januar 2027 beschlossen. Damit sollen emissionsintensive Importprodukte mit den gleichen Klimakosten belastet wie vergleichbare Produkte, die in Großbritannien hergestellt werden.

Markus Graef

16.12.2025 · 1 Min Lesezeit

Der Ausgleichsmechanismus hat den Zweck, Wettbewerbsnachteile für britische Unternehmen zu vermeiden und gleichzeitig die Verlagerung von CO₂-intensiver Produktion ins Ausland (Carbon Leakage) zu verhindern. Doch was bedeutet das konkret für Ihren Außenhandel?

Betroffene Importwaren 

UK-CBAM wird zunächst auf die Importe bestimmter Produkte angewendet. Das betrifft die Sektoren Aluminium, Zement, Düngemittel, Wasserstoff, Eisen und Stahl. Derzeit nicht erfasst werden Waren aus den Bereichen Glas und Keramik, doch auch sie könnten in Zukunft einbezogen werden. 

Geplante Compliance- und Administrationsaufgaben 

Die britische Steuer- und Zollbehörde (HMRC) verwaltet die UK-CBAM-Abgabe. Als betroffenes Unternehmen müssen Sie sich auf folgende Anforderungen einstellen: 

  • Reporting: Importierte Waren müssen hinsichtlich ihrer CO₂-Emissionen gemeldet werden. Dabei wird zwischen tatsächlichen Werten und Standardwerten unterschieden. 
  • Verifizierung: Alle Emissionsdaten müssen von international akkreditierten Verifizierungsstellen validiert werden. 
  • Abwicklung: Die CBAM-Abgabe wird fällig, wenn die Waren für den britischen Markt freigegeben werden. Ausnahmen gelten für weiterverarbeitete Produkte. 

Globale Harmonisierung 

Die britische Regierung sieht UK-CBAM als Teil einer umfassenden Strategie zur globalen Harmonisierung der Klimaschutzmaßnahmen. Daher werden mehrere Maßnahmen verfolgt, um dieses Ziel zu erreichen. Neben der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern (bspw. EU-CBAM), um Handelshemmnisse zu vermeiden, sind insbesondere die Unterstützung der Entwicklungsländer in der technischen Umsetzung und dem Kapazitätsaufbau sowie die Entwicklung internationaler Standards wichtig. 

Ihr Handlungsbedarf 

Die Einführung von UK-CBAM hat Auswirkungen auf Importprozesse und Compliance-Anforderungen der Unternehmen. Daher sollten Sie jetzt: 

  • Lieferketten überprüfen: Können Lieferanten die erforderlichen Emissionsdaten bereitstellen? 
  • Compliance sicherstellen: Passen interne Berichts- und Dokumentationssysteme zu den neuen Anforderungen? 
  • Beratung einholen: Benötigen Sie externe Expertise, um alle Anforderungen zu erfüllen? 

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Markus Graef ist Experte für Zoll, Exportkontrolle und Trade Compliance. Mit seinen umfassenden Kenntnissen aus 15 Jahren Berufserfahrung in verschiedenen Branchen, unterstützt er Unternehmen, sicher durch komplexe regulatorische Anforderungen zu […]