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Zusatzzölle der USA – diese Maßnahmen sollten Sie als Exportverantwortlicher nun ergreifen

US-Präsident Biden hat eine erhebliche Erhöhung der Schutzzölle auf chinesische Produkte, insbesondere auf Elektro- und Hybridfahrzeuge, eingeführt. Schon seit dem 27.9.2024 wird ein Zoll von 100 % auf diese Fahrzeuge erhoben, im Vergleich zu den bisherigen 25 %. Auch für Spritzen und medizinische Nadeln gilt ein Zoll von 100 %. Wenn auch Sie betroffen sind, sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen.

Holger Schmidbaur

11.11.2024 · 2 Min Lesezeit

Neben der Zollerhöhung auf Fahrzeugen und Nadeln sollen auch für Halbleiter, Solarzellen und Gesichtsmasken Zölle von 50 % eingeführt werden. Produkte wie Batterien, Graphit, Cobalt- und Wolframerze, Permanentmagneten sowie bestimmte Stahl- und Aluminiumwaren unterliegen künftig einem Strafzoll von 25 %. Diese Änderungen treten teilweise bereits noch in diesem Jahr in Kraft, während für andere Produkte die neuen Zollsätze erst ab 2025 oder 2026 gelten.

Es werden jedoch Ausnahmen für bestimmte Maschinen und Ausrüstungen, die für die Solarproduktion benötigt werden, sowie für bestimmte Hafenkräne vorgesehen. Die genaue Höhe der Schutzzölle und deren Inkrafttreten können im US-Zolltarif (https://bit.ly/48jKVBb) eingesehen werden. Sie als Exportverantwortlicher sollten die folgenden Schritte unternehmen, um auf die neuen Schutzzölle und deren Auswirkungen auf ihre Handelsaktivitäten angemessen zu reagieren:

  • Analyse der Produktlinien: Überprüfen Sie alle Produkte, die aus China importiert oder exportiert werden, um festzustellen, welche davon von den neuen Zöllen betroffen sind. Führen Sie eine detaillierte Analyse der Zolltarifnummern durch, um die spezifischen Auswirkungen nachzuvollziehen.

  • Kosten-Analyse: Berechnen Sie die Auswirkungen der erhöhten Zölle auf die Gesamtkosten der Waren. Dies hilft Ihnen, die Preisstrategie zu überdenken und potenzielle Preiserhöhungen an Kunden zu kommunizieren.

  • Lieferkettenoptimierung: Evaluieren Sie alternative Beschaffungsquellen außerhalb Chinas, um Zölle zu vermeiden. Dies könnte auch die Zusammenarbeit mit Lieferanten in anderen Ländern oder die Diversifizierung von Lieferketten umfassen.

  • Vertragsüberprüfung: Überprüfen Sie bestehende Verträge mit Kunden und Lieferanten, um sicherzustellen, dass alle neuen Zölle berücksichtigt werden. Möglicherweise müssen Preis- oder Lieferbedingungen angepasst werden.

  • Compliance und Dokumentation: Stellen Sie sicher, dass alle relevanten Exportdokumente aktualisiert werden, um den neuen Zollbestimmungen zu entsprechen. Halten Sie sich an die erforderlichen Vorschriften, um Verzögerungen oder rechtliche Probleme zu vermeiden.

  • Kommunikation mit Kunden: Informieren Sie Ihre Kunden proaktiv über die bevorstehenden Zollerhöhungen und deren Auswirkungen auf Preise und Lieferzeiten. Transparente Kommunikation ist entscheidend, um das Vertrauen der Kunden zu erhalten.

  • Marktforschung: Analysieren Sie den Markt für potenzielle Änderungen in der Nachfrage aufgrund der Zollerhöhungen. Möglicherweise müssen Sie Ihre Marketingstrategien anpassen oder neue Märkte erkunden.

  • Schulung der Mitarbeiter: Schulen Sie Ihre Mitarbeiter in Bezug auf die neuen Zollregelungen und deren Auswirkungen, um sicherzustellen, dass alle Abteilungen gut informiert sind und entsprechend handeln können.

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