FRAGE: Ich als Firmeninhaber importiere seit Jahren regelmäßig Stahl- und Aluminiumprodukte aus verschiedenen Drittstaaten. Für die quartalsweisen Meldungen soll ich nun die tatsächlich im Herstellungsprozess entstandenen Emissionen angeben. Genau an der Stelle beginnt mein Problem. In der Praxis erweist sich die Beschaffung dieser Daten als überraschend schwierig. Einige meiner Lieferanten reagieren gar nicht auf entsprechende Anfragen, andere schicken mir lediglich sehr grobe Durchschnittswerte oder allgemeine Branchenzahlen. Ob diese Angaben den Anforderungen der CBAM-Verordnung tatsächlich standhalten würden, kann ich kaum beurteilen – und im Zweifel bin ja ich als Importeur gegenüber den Behörden verantwortlich. Wie komme ich realistisch an belastbare und prüffähige Emissionsdaten meiner Lieferanten? Gibt es hierfür offizielle Tools oder Plattformen der EU, die bei der Datenerhebung unterstützen? Oder existieren bereits Softwarelösungen beziehungsweise KI-basierte Anwendungen, mit denen sich solche Emissionsdaten ermitteln oder zumindest plausibilisieren lassen? Und noch wichtiger: Was kann ich konkret tun, wenn ein Lieferant keine Daten liefern kann? Gibt es praktikable Wege, trotzdem CBAM-konform zu berichten, ohne dauerhaft auf wenig aussagekräftige Durchschnittswerte zurückgreifen zu müssen?
ANTWORT: Die kurze Antwort lautet: Ohne aktive Mitwirkung Ihres Lieferanten werden Sie keine belastbaren Ist-Daten erhalten. CBAM zwingt Importeure faktisch dazu, Emissionsdaten entlang der Lieferkette strukturiert einzufordern – idealerweise vertraglich abgesichert. Zunächst sollten Sie klären, welche Daten Sie überhaupt benötigen: produktbezogene Emissionswerte in tCO₂e, nachvollziehbar ermittelt nach den Berechnungsvorgaben der CBAM-Verordnung. Diese müssen so dokumentiert sein, dass sie von einem akkreditierten Prüfer verifiziert werden können. Pauschale „CO₂-Statements“ oder Marketingbroschüren reichen ausdrücklich nicht aus. Praktisch empfiehlt sich ein dreistufiges Vorgehen:
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