Taiwan bindet sich enger an die USA und den Westen
Gleichgültig dürfte Peking aus offensichtlichen Gründen nicht auf die Neuordnung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der beiden Länder reagiert haben. Immerhin bedeutet die Einigung eine stärkere Bindung Taiwans an den Westen, während die USA der größte Mitbewerber auf dem Weltmarkt sind und sich gleichzeitig in einem harten Zollstreit mit China befinden. Aus dem Blickwinkel der Volksrepublik dürfte Taiwans Präsident Lai Ching-te politisch Öl ins Feuer gegossen haben, als er das Abkommen Mitte Februar als „Durchbruch für die exportorientierte taiwanische Wirtschaft“ titulierte. Die Einschätzung als solche ist durchaus verständlich. Denn im Mittelpunkt der Vereinbarungen steht nicht nur die relativ niedrigschwellige Deckelung vieler Zölle. Vielmehr sollen schnellstmöglich die reziproken Zölle ab dem 2. Quartal bei über 2.000 Produkten aus Taiwan vollends entfallen. Im Gegenzug können US-Hersteller künftig wesentlich vereinfacht Fahrzeuge und Agrargüter exportieren.
