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Viel Schatten und wenig Licht im Handelsstreit zum Jahresstart

Sofern es zum Start ins neue Jahr Hoffnung auf ein rasches Ende des Zollkonflikts zwischen den USA und dem gefühlten Rest der Welt gegeben hatte, wurde diese durch den US-Präsidenten frühzeitig enttäuscht. Zum wiederholten Mal. Einzelne positive Bewegungen in Gesprächen allerdings gab es durchaus, etwa in Form eines Handelsabkommens zwischen den USA und Taiwan. Dieses zielt unter anderem auf wechselseitige Erleichterungen für Exporte ab und soll darüber hinaus für zuverlässigere Lieferketten sorgen. Unklar ist, ob und wie China auf die engere Partnerschaft reagieren wird.

Matthias Nemack

06.03.2026 · 9 Min Lesezeit

Taiwan bindet sich enger an die USA und den Westen

Gleichgültig dürfte Peking aus offensichtlichen Gründen nicht auf die Neuordnung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der beiden Länder reagiert haben. Immerhin bedeutet die Einigung eine stärkere Bindung Taiwans an den Westen, während die USA der größte Mitbewerber auf dem Weltmarkt sind und sich gleichzeitig in einem harten Zollstreit mit China befinden. Aus dem Blickwinkel der Volksrepublik dürfte Taiwans Präsident Lai Ching-te politisch Öl ins Feuer gegossen haben, als er das Abkommen Mitte Februar als „Durchbruch für die exportorientierte taiwanische Wirtschaft“ titulierte. Die Einschätzung als solche ist durchaus verständlich. Denn im Mittelpunkt der Vereinbarungen steht nicht nur die relativ niedrigschwellige Deckelung vieler Zölle. Vielmehr sollen schnellstmöglich die reziproken Zölle ab dem 2. Quartal bei über 2.000 Produkten aus Taiwan vollends entfallen. Im Gegenzug können US-Hersteller künftig wesentlich vereinfacht Fahrzeuge und Agrargüter exportieren.

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