KURZMELDUNGEN

Verbände fordern klare politische Weichenstellungen für 2026

Sage und schreibe 26 Jahre haben die Gespräche zum Mercosur-Abkommen zwischen der EU und dem gleichnamigen Staatenbund in Südamerika in Anspruch genommen. 2026 kamen die Verhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluss. Über 700 Millionen Menschen sollen durch die transatlantische Freihandelszone in vielen Bereichen in den Genuss sinkender Preise kommen. Wie immer könnte es Gewinner und Verlierer geben. In Europas Landwirtschaft wird das Bündnis längst nicht von allen begrüßt. Vielen Branchen soll nach Aussagen der Verhandlungsführer beider Seiten aber eine bessere Positionierung auf dem Weltmarkt eröffnet werden. Als führender europäischer Wirtschaftsstandort könnte dies im Besonderen Deutschlands Wirtschaft auf die Sprünge helfen. Die großen Probleme können dadurch zumindest etwas kleiner werden.

Matthias Nemack

06.02.2026 · 2 Min Lesezeit

Mercosur-Abkommen soll US-Sorgen teils auffangen

Das Abkommen soll auf transatlantischer Ebene eine Wirtschaftsleistung von 21 Billionen US-Dollar pro Jahr ermöglichen. Die Öffnung Südamerikas ist insofern ein spezieller Fall, da sich die Staaten über Jahrzehnte regelrecht abgeschottet und ihre Märkte für Europa nur sehr begrenzt zugänglich gehalten hatten. Medien diskutierten in den vergangenen Monaten entsprechen rege, in welchem Umfang das neue Bündnis Einfluss auf die Weltordnung haben kann. Die politische Zeitenwende in den USA dürfte sich auf die Entscheidungsfreude aller Parteien am Verhandlungstisch günstig ausgewirkt haben. Schließlich sind Länder auf beiden Seiten immer wieder Ziel der Zolldrohungen Trumps gewesen. Dieser empfindet die künftige Partnerschaft fraglos als Affront und könnte weitere Schutzmaßnahmen ergreifen. Die am Abkommen beteiligten Ländern könnten dafür auf mehr Rückhalt ihres jeweiligen Partners vertrauen, um die Folgen neuer Zölle aufzufangen. Zunächst aber konnte das Abkommen wegen mangelnder Zustimmung bekanntlich nicht zum Abschluss gebracht werden. Die mitverantwortlichen EU-Grünen boten indes umgehend ihre Mitwirkung im Sinne einer schnellen Ratifizierung an.

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